Guten Tag meine Damen und Herren,
ich heiße Sie herzlich willkommen zu unserer 5. Veranstaltung der Reihe „Lobbacher Gespräche“. Erneut laden wir Sie ein zu einem politischen Dialog. Wie Sie der Ankündigung entnehmen konnten ist das Thema unserer heutigen Veranstaltung „Europa“, man ist geneigt zu sagen: Natürlich Europa – was sonst! Denn am 26.Mai, also in ca. 4 Wochen, finden zum 9. Mal Direktwahlen zum Europäischen Parlament statt.
Ich weiß, es gibt eine große Zahl von Kritikern, von Menschen, die Zweifel haben an Sinn und Notwendigkeit eines gemeinsamen Europas, also am Zusammenschluß der Staaten dieses unseren Kontinents zu einem demokratischen Staatsgebilde, weil es überbürokratisiert und damit überteuert und überdies mittlerweile reichlich zerstritten wirkt und damit praktisch handlungsunfähig sei, von den überproportional ansteigenden Kosten einer derartigen Bürokratiestruktur ganz zu schweigen.
Aber darum geht es doch nicht wirklich bei der Idee eines vereinten Europas, oder sagen wir besser, darum sollte es nicht in erster Linie gehen!
Bemerkenswerterweise war es ein Brite, der die Grundzüge, damals noch eher eine Vision, der vereinigten Staaten von Europa entwickelte. Der damalige britische Oppositionsführer Sir Winston Churchill bereiste 1946 die Schweiz - eigentlich privat, es waren sog. Malferien - und wurde gefeiert wie ein Popstar. Am 19.Sept. 1946 hielt er an der Universität Zürich eine Rede für die Jugend, zumindest war das die offizielle Formulierung, wie sie von der Berner Regierung akzeptiert worden war. Tatsächlich aber war es ein Appell an die Vernunft der Menschen in Europa. Den vollständigen Wortlaut seiner Rede haben wir hier als Flyer ausgelegt, ich möchte aus Zeitgründen nicht näher auf alle Details eingehen
Und doch dauerte es noch über 10 Jahre, bis 1957 in Rom die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft aus den sieben Mitgliedern der Montanunion zusammenfand (mit Deutschland Frankreich…), die eigentliche Gründung der EU mit den 28 Staaten erfolgte 1992 in Lissabon. Heute hat man ein Gebilde, bei dem wohl viele den Eindruck haben, als stünde es kurz vor dem Zerfall. Nur ein paar Stichworte: Ungarn mit seiner eigenwilligen Auslegung von Presse- und Religionsfreiheit, Katalonien und natürlich vor allem der Großbitannien und Brexit. Ist die Europäische Idee (wieder einmal) am Ende oder muß man vielleicht mal die Regeln für das Zusammenspiel der einzelnen Staaten überdenken und überarbeiten, Schritt für Schritt einen Neuaufbau planen, wie es schon Churchill seinerzeit vorschlug, allerdings unter ganz anderen Startbedingungen?
Diese und weitere Fragen, die mehr oder weniger entscheidend für die Zukunft unseres Kontinents sind, darunter auch die neusten Vorschläge des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, wollen wir heute mit Ihnen diskutieren. Wer könnte uns auf das Thema besser einstimmen, wer könnte kompetenter Auskunft geben als der langjährige Präsident des Europaparlaments Martin Schulz, den ich hiermit ganz herzlich begrüße. Schulz war von 2012 bis 2017 Präsident des EU-Parlaments und kämpfte 2017 als Vorsitzender der SPD um die Kanzlerschaft.
Wir freuen uns, dass wir Dich heute hier haben, Martin.
Weiterhin möchte ich Ihnen vorstellen
• Dominique Odar, unsere Kandidatin für das Europaparlament in Straßburg
• Ludwig Christ, Stellvertretender Bürgermeister von Lobbach
Dominique wird Sie jetzt durch die Veranstaltung führen.
Begrüßung 5. Lobbacher Gespräche
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